{"id":428,"date":"2016-06-01T17:30:18","date_gmt":"2016-06-01T16:30:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.polizeiseelsorge-speyer.de\/?p=428"},"modified":"2016-05-30T14:57:25","modified_gmt":"2016-05-30T13:57:25","slug":"hauptsache-unterwegs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.polizeiseelsorge-pfalz.de\/?p=428","title":{"rendered":"Hauptsache unterwegs&#8230;"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_433\" aria-describedby=\"caption-attachment-433\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-433\" src=\"http:\/\/www.polizeiseelsorge-speyer.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/countryside-1149680_1920.jpg\" alt=\"Foto: Unsplash | www.pixabay.com\/de\" width=\"800\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.polizeiseelsorge-pfalz.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/countryside-1149680_1920.jpg 800w, https:\/\/www.polizeiseelsorge-pfalz.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/countryside-1149680_1920-150x84.jpg 150w, https:\/\/www.polizeiseelsorge-pfalz.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/countryside-1149680_1920-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.polizeiseelsorge-pfalz.de\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/countryside-1149680_1920-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-433\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Unsplash | www.pixabay.com\/de<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Pilgern als Aufbruch und Neubeginn<\/strong><\/p>\n<p>Sp\u00e4testens seit Harpe Kerkelings \u201eIch bin dann mal weg\u201c ist bei vielen die Faszination am Pilgern erwacht. Menschen machen sich mit dem n\u00f6tigsten Gep\u00e4ck auf den Weg und wandern oder radeln einem bestimmten Ziel, einem heiligen Ort entgegen.<br \/>In fr\u00fcheren Jahrhunderten war der Pilgerweg meist ein Bu\u00dfgang. Jemand wollte durch seine Reise Vergebung f\u00fcr sich selbst erlangen oder lief den Weg stellvertretend f\u00fcr einen, vielleicht sogar schon verstorbenen, Angeh\u00f6rigen.<br \/>W\u00e4hrend die geographischen Ziele des Pilgerns vor allem die drei heiligen Orte &#8211; Jerusalem, Rom oder Santiago de Compostela &#8211; waren, handelte es sich bei den religi\u00f6sen Zielen um den Erlass g\u00f6ttlicher Strafen, die im Jenseits h\u00e4tten drohen k\u00f6nnen.<br \/>Diese Denke ist den meisten von uns fremd. F\u00fcr jene, die heute pilgern ist vor allem der Weg das Ziel. Nat\u00fcrlich will jede und jeder auch ankommen. Das gilt f\u00fcr die Tagesetappe ebenso wie f\u00fcr das Ziel am Ende. Aber wichtig sind vor allem die inneren und \u00e4u\u00dferen Erlebnisse w\u00e4hrend der Reise. Pilgern ist zur \u00e4u\u00dferen Form geworden, um einen inneren Entwicklungs- und Reifungsprozess anzusto\u00dfen. L\u00e4ngst sind daher auch in unserer Umgebung neue Pilgerwege ins Leben gerufen worden, die Menschen auch zu kleineren Wanderungen von wenigen Tagen motivieren. <!--more--><\/p>\n<p><strong>Loslassen\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Sich auf den Weg zu machen, bedeutet wenigstens f\u00fcr eine kurze Zeit loszulassen, was uns bindet oder gar gefangen nimmt. Jedes Gramm im Gep\u00e4ck muss transportiert werden. Deshalb ist es ratsam, nur das Notwendigste einzupacken. <br \/>Viele laufen allein los, um sich f\u00fcr einen begrenzten Zeitraum mal nur sich selbst und der Begegnung mit Gott auszusetzen. Manche lassen sogar ihr Handy zu Hause\u2026<\/p>\n<p><strong>Sich dem Fluss des Lebens \u00fcberlassen\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Unterwegs sein hei\u00dft, sich dem Fluss des Lebens zu \u00fcberlassen. Wer begegnet mir auf der Reise? Was erlebe ich? Welche Hindernisse und welche Hilfen tun sich auf? Was erlebe ich mit allen Sinnen? Mein Blick wird klarer, die Beobachtung genauer und die F\u00e4higkeit, das, was sich mir jetzt bietet, anzunehmen, zu genie\u00dfen und auszukosten. Warme Sonnenstrahlen, eine hei\u00dfe Dusche, ein guter Kaffee, der Eintopf am Abend.<br \/>Pilgern f\u00fchrt dazu, im Hier und Jetzt anzunehmen, was ist und sich vom Leben \u00fcberraschen zu lassen.<\/p>\n<p><strong>Nach Innen pilgern\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Wer pilgern m\u00f6chte, hat die Gelegenheit dazu immer und \u00fcberall. Es braucht nicht zwangsl\u00e4ufig weite Wege. Auch wem die Zeit, das Geld fehlen, kann sich auf den Weg machen. Pilgern kann innerlich geschehen, wenn ich mich eine Zeit lang bewusst daf\u00fcr entscheide. Denn ich kann f\u00fcr einen vorher festgelegten Zeitraum mein Leben bewusst als einen Pilgerweg beobachten. Ich bin st\u00e4ndig auf der Lebensreise. <br \/>Was sehe ich am Wegesrand? Wer begegnet mir? Mit welchen Schwierigkeiten habe ich zu k\u00e4mpfen und wo werde ich unerwartet beschenkt? Kann ich mich an Einfachem freuen und unn\u00f6tigen Ballast abwerfen oder wandere ich lieber mit einem Beiwagen voller Gep\u00e4ck durch\u2019s Leben? Was schenkt mir ein Gef\u00fchl von Freiheit und was blockiert mich? <br \/>Es ist wie beim tats\u00e4chlichen, \u00e4u\u00dferen Wandern: Je mehr ich loslasse, desto offener werde ich f\u00fcr den Moment, der sich gerade jetzt ereignet. Diese Offenheit kann meinen Blick auf die Gegenwart wandeln. Denn ich habe den Ballast qu\u00e4lender Erinnerungen ebenso abgeworfen wie die st\u00e4ndigen Sorgen um eine nach meinen W\u00fcnschen gestaltete Zukunft.<\/p>\n<p><strong>Pilgern ist Einstellungssache\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Deshalb w\u00fcnsche ich Ihnen die richtige Einstellung, wohin auch immer Sie innerlich oder \u00e4u\u00dferlich reisen. Hauptsache, Sie sind unterwegs\u2026<\/p>\n<p>Mit vielen guten W\u00fcnschen f\u00fcr eine erf\u00fcllte Sommerzeit und mit herzlichen Gr\u00fc\u00dfen auch von meinem Kollegen Patrick St\u00f6bener.<\/p>\n<p>Herzlichst Ihre,<br \/>Anne Henning (Polizeiseelsorgerin)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sp\u00e4testens seit Harpe Kerkelings \u201eIch bin dann mal weg\u201c ist bei vielen die Faszination am Pilgern erwacht. 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