{"id":746,"date":"2017-12-20T09:30:16","date_gmt":"2017-12-20T08:30:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.polizeiseelsorge-speyer.de\/?p=746"},"modified":"2017-12-22T14:34:34","modified_gmt":"2017-12-22T13:34:34","slug":"weihnachten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.polizeiseelsorge-pfalz.de\/?p=746","title":{"rendered":"Weihnachten"},"content":{"rendered":"<h2>Das Fest vom heruntergekommenen Gott<\/h2>\n<p>Klingt ganz sch\u00f6n provokativ! Wir kennen den Ausspruch: \u201eMein G\u00fcte, ist der heruntergekommen!\u201c Sicherlich kommen vielen von Ihnen Bilder aus Ihrem beruflichen Alltag in den Kopf. Vielleicht erinnern Sie sich an Obdachlose, Alkoholiker, wiederholt straff\u00e4llig gewordene Jugendliche oder verwirrte Menschen. In der Polizeisprache werden sie manchmal als \u201eStammkunden\u201c bezeichnet. Vielleicht haben Sie beim Wort \u201eheruntergekommen\u201c aber auch schnell einen Geruch in der Nase, den Sie lieber sofort wieder loswerden m\u00f6chten. <!--more--><\/p>\n<p>\u201eWeihnachten \u2013 Das Fest vom heruntergekommenen Gott\u201c da denken wir vielleicht an Suppenk\u00fcche f\u00fcr Bed\u00fcrftige und den blinkenden Weihnachtsbaum auf dem Empfangstisch der Bahnhofsmission. Mit unseren romantisch-friedlich-weihnachtlichen Gef\u00fchlen hat das wenig zu tun. \u201eLasst mich damit in Ruhe!\u201c denkt vielleicht der eine oder die andere von Ihnen. \u201cWenigstens zum Fest der Feste will ich nach Dienstschluss das Elend der Welt mal aus dem Kopf haben!\u201c<\/p>\n<p>Diese Haltung ist nur allzu verst\u00e4ndlich. Doch vielleicht geh\u00f6rt beides zusammen. Vielleicht kann Weihnachten nur romantisch sein, weil uns seine Botschaft tief ber\u00fchrt. Diese Botschaft zeigt die Gegens\u00e4tze dieser Welt, n\u00e4mlich das romantisch Sch\u00f6ne und das heruntergekommen H\u00e4ssliche, W\u00e4rme und K\u00e4lte, Liebe und Hass.<\/p>\n<p>Maria bringt Gottes Sohn in erb\u00e4rmlich \u201eheruntergekommenen\u201c Verh\u00e4ltnissen zur Welt. Jesus kommt im Stall zur Welt. Josef und Maria haben ihm, au\u00dfer ihrer Liebe wenig zu bieten. Jesus, der heruntergekommene Sohn Gottes, wird als Mensch in \u00e4rmliche Verh\u00e4ltnisse hineingeboren. Jesus, der Sohn Gottes, kommt herunter zu den Heruntergekommenen. Die Hirten, einfache, aber gut geerdete Menschen erfahren als erstes von Jesu Geburt. Die Reichen bekommen das Ereignis nur mit, wenn sie sich aktiv auf die Suche machen, so wie die drei weisen K\u00f6nige aus dem Morgenland. Der leuchtende Stern Gottes zeigt ihnen den Weg.<\/p>\n<p>Vom erwachsenen Jesus berichtet die Bibel, dass dieser heruntergekommene Gottessohn sich mit den S\u00fcndern und Kranken, mit den Ausgesto\u00dfenen und Armen, mit den Kindern und den Alten abgegeben hat. Unter den Ausgesto\u00dfenen und Heruntergekommen hat er sich wohl gef\u00fchlt. Aber er hat auch gern gefeiert und gut gegessen, so wie viele von uns an Weihnachten.<\/p>\n<p>Weihnachten zeigt, dass das Leben aus H\u00f6hen und Tiefen besteht. Weil wir gern lieber bei den H\u00f6hen verweilen, lenkt es unseren Blick mit dem Kind in der Krippe fast z\u00e4rtlich auch in die Tiefe. Deshalb hoffen wir, dass es auch uns gelingt, den Blick dorthin zu wagen, wo es dieses Weihnachten aller Wahrscheinlichkeit nach ungem\u00fctlich sein wird. Wie geht es den Menschen in den Erdbebengebieten in Mexiko und im Irak? Was bedeutet Weihnachten in diesem Jahr f\u00fcr die Menschen, die bei dem Terroranschlag letztes Jahr auf dem Adventsmarkt am Breitscheidplatz Ihre Angeh\u00f6rigen verloren haben? Was bedeutet Weihnachten in diesem Jahr f\u00fcr die Millionen Aidskranken in Russland, China und Afrika?<\/p>\n<p>Was bedeutet Weihnachten in diesem Jahr f\u00fcr Familien, die nicht wissen wie sie vom \u00fcberzogenen Konto auch noch Weihnachtsgeschenke f\u00fcr ihre Lieben bezahlen sollen? Wie feiern die Menschen Weihnachten, die mitten in einem Trennungskrieg leben und versuchen, ihre Kinder dabei zu sch\u00fctzen? Wie erreicht die frohe Botschaft jene, die tief in Traurigkeit und Depression versunken sind? F\u00fcr viele Menschen ist Weihnachten 2017 \u201eganz sch\u00f6n\u201c heruntergekommen! In der Tat ist Weihnachten ganz sch\u00f6n heruntergekommen! Denn in Christus l\u00e4sst sich Gott bedingungslos auf unser Leben ein.<\/p>\n<p> Er kommt zum Polizisten, der sich kurz vor dem Burnout f\u00fchlt und versucht, das vor allen zu verheimlichen. Er kommt zu der stets betrunkenen Pennerin, die immer am gleichen Platz sitzt. Er kommt zu denen, die verzweifelt nach Liebe suchen. Er kommt zu denen, die wissen, sie haben in ihrem Leben Fehler gemacht und sind schuldig geworden. Er kommt zu allen, die ihn brauchen und r\u00fcttelt jene wach, die meinen, sie br\u00e4uchten niemanden. Denn tats\u00e4chlich brauchen wir ihn alle in der Gestalt eines lieben Menschen, in einem H\u00e4ndedruck, einer warmen Mahlzeit, einem erl\u00f6senden Wort \u2026<\/p>\n<p>\n Wir w\u00fcnschen Ihnen und Ihren Angeh\u00f6rigen ein Weihnachtsfest, an dem Sie Ihn sp\u00fcren d\u00fcrfen. Er ist in leuchtenden Kinderaugen ebenso pr\u00e4sent, wie in der Verzweiflung des unheilbar Kranken. Wir finden ihn im Tannenduft ebenso wie im Gestank des Erbrochenen eines Junkies. Denn Gott nimmt in Jesus Anteil an unserem Leben mit allem Leid, aber auch mit aller Freude und Sch\u00f6nheit. Er ist ganz sch\u00f6n heruntergekommen! Denn er ist einer von uns!<\/p>\n<p>Ihnen allen ein frohes, ruhiges und gesegnetes Weihnachtsfest 2017.<br \/>\n Ihr Patrick St\u00f6bener und Ihre Anne Henning,<br \/>\n Ihre Polizeiseelsorger<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klingt ganz sch\u00f6n provokativ! 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