Andere Zeiten …

… heißt ein (empfehlenswerter) Adventskalender, der von einem gemeinnützigen und ökumenischen Verein herausgegeben wird. In diesem Jahr – unter dem Thema Hoffnung („hope“) – nehmen sie Geschichten auf, die zentrale Inhalte des anstehenden Weihnachtsfestes lebendig werden lassen.

Wo erleben wir heute Frieden, Erlösung, Freude, Verheißung oder Gemeinschaft?

Foto: Privat

„Andere Zeiten“ – die haben wir. Und nun kommt eine Adventszeit auf uns zu, die tatsächlich sehr „anders“ sein wird.

Können sie sich noch daran erinnern, wie Sie diese vier Wochen im letzten Jahr erlebt haben? Ich erinnere mich jedenfalls sehr gut daran, dass ich mich – wie in jedem Jahr – bemüht habe, die Adventszeit etwas ruhiger angehen zu lassen. Und wie es kommen musste: es ging wieder einmal schief. Im Vordergrund stand, wie immer, die Vorbereitung auf Weihnachten – aber eben mehr die „Äußerliche“ als die Innerliche – mit einer langen „To Do-Liste“…

Auch in Ihrem dienstlichen Alltag wird dieser Advent vermutlich anders verlaufen, als die bisherigen. Gehörte es nach den Ereignissen am Breitscheidplatz in Berlin in den letzten Jahren zu Ihren Aufgaben, Weihnachtsmärkte besonders zu schützen, wird sich das in diesem Jahr erübrigen. Stattdessen haben Sie die – manchmal undankbare –  Aufgabe, Verstöße gegen Corona-Schutzmaßnahmen zu ahnden. Vermutlich kann es manchmal nerven, ständig mit dem erhobenen Zeigefinger durch die Adventszeit zu laufen. Aber vielleicht gelingt es Ihnen immer wieder, eine gelassene Haltung zu bewahren und so manches Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern verläuft erfreulich und Sie können etwas bewirken.

Ich bin nun sehr gespannt, was dieses Jahr auf mich, auf uns, zukommen wird. Es lässt sich so einiges aufzählen, das es in diesem Jahr NICHT geben wird (z. B. Weihnachtsfeiern, Adventskonzerte, Weihnachtsmärkte…). Aber mir ist noch nicht klar, wie sich diese Zeit füllen wird.

Und ich merke, dass ich anders in diese nächsten Wochen hineingehe: Ich plane weniger, ich „lasse kommen“.

Gerade dies ist jetzt schon eine adventlichere Haltung, als ich sie die ganzen Jahre zuvor hatte: Ich bin nicht „in Vorbereitung“, sondern warte ab. Ich bin „in Erwartung“, aber ohne ein konkretes Bild von dem zu haben, was kommen wird. Denn vieles lässt sich auch jetzt – Anfang Dezember – noch nicht sagen: Wie werden wir Weihnachten feiern? – Wen kann ich einladen von der Familie? – Wie viele von den Freunden kann ich zwischen den Jahren treffen?

Die Erwartungen an Weihnachten 2020 sind gesunken – aber genau darin liegt eine Chance: Denn in der Haltung: Ich schaue, wie ich (möglichst kreativ) in diese Zeit gehe, ist eine gute Möglichkeit, offen zu sein für Unvorhergesehenes, für Neues, für Ungewohntes und für die Botschaft, die in diesem Weihnachtsfest drinsteckt: Gott kommt unvorhergesehen auf unerwartete Weise. Und wenn ich dafür offen bin, dann beginnen in meinem Leben auch „andere Zeiten“.

Ihre Polizeiseelsorge wünscht Ihnen eine gute Vorbereitung auf Weihnachten, Gesundheit und Offenheit für „andere Zeiten“ .

Anne Henning und Matthias Orth

01. Dezember 2020 von Bernhard Christian Erfort
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